Hirrlinger Fasnet

Die Hirrlinger Fasnet nahm in früheren Zeiten oft raue Formen an, wenn sich ein Jahrgang anschickte, am „Fasnetzeischdeg“ jemanden in der Fasnet zu „spielen“. Wer in irgendeiner Form gegen die Normen des dörflichen Zusammenlebens verstieß, war unweigerlich dem Spott ausgesetzt. Dagegen war das abendliche Butzenspringen an den überlieferten Fasnettagen sehr beliebt. Die Butzen in allen möglichen Verkleidungen besuchten die Lichtstuben und Wirtshäuser.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fasnet organisiert. 1949 entstand die Narrenzunft, die einen rheinischen Karneval aufzog mit Prinz Karneval und Elferrat. 1962 wurde die Butzenzunft gegründet, die den alten Hirrlinger Original-Butzen wieder aufleben ließ (vgl. Linder, Hans: Fasnet in Hirrlingen, S.9).

Die Entstehung der Schloßhexe

In dieser Zeit machten sich Valentin Kessler, Martin Riegger, Albin Stumpp und Rudolf Noll Gedanken über die Gestaltung einer Hexenmaske. Valentin Kessler entwarf die erste Maske, die auch allgemein Anklang fand und schon ein Jahr später, 1963, wurde die Hirrlinger „Schloßhexe“ ins Leben gerufen. Über die Bekleidung wurde lange beraten und diskutiert. Alle Beteiligten waren aber der Meinung, man sollte ein „Häs“ haben, das bisher noch niemand trägt. Mit selbstgehäkeltem schwarzen Schultertuch, rot-weißen Ringelstrümpfen und schwarzen Handschuhen wurden damals gute Voraussetzungen für das noch heute originelle Aussehen der Schloßhexe geschaffen.

Dazu gehören ebenso ein karierter Rock, ein weißes Rüschenhemd und ein Schurz, welche jeder Hexe individuelle und unverkennbare Merkmale verleihen. Einmalig dürfte die Herstellung der Hexenschuhe sein. Aus Sisalschnüren werden in mühseliger Arbeit Zöpfe geflochten, zu Schuhen zusammengenäht und abschließend vom Schumacher besohlt. Diese Handarbeit hat bis heute Bestand und wird von Hexe zu Hexe weitergegeben. Ein selbstgebundener Besen sowie eine alte Laterne vervollständigen das Häs.

Die ersten Auftritte der Hexengruppe

Bereits im selben Jahr 1963 hatte die noch kleine Hexengruppe beim Umzug in Haigerloch ihren ersten großen Auftritt. Im darauffolgenden Jahr, 1964, kamen Hanne Wiest, Erwin Deibler und unser Ehrenvorstand Adolf Zug zu den Schloßhexen. Weitere Gründungsmitglieder des späteren Vereins – Heinz Waller, Josef Ganser, Bruno Riegger und Hans Lohmüller – bereicherten ab dem Jahr 1965 die Gruppe. Unter den Hexen entwickelte sich eine tolle Kameradschaft. Durch die vielen Gemeinsamkeiten und den guten Zusammenhalt wuchs die Schloßhexengruppe von Jahr zu Jahr. Schließlich war man sich einig, einen eigenen Verein zu gründen.

Gründung der „Original Hirrlinger Schloßhexen e.V.“

Am 2. September 1977 wurde im Rechtsanwaltbüro Klink in Rottenburg eine Satzung festgelegt.

Als Vereinsname wurde „Original Hirrlinger Schloßhexen“ vorgeschlagen und angenommen.

Zur Gründungsvorstandschaft wurden folgende Personen gewählt:
1. Vorstand: Martin Riegger
2. Vorstand: Hans Lohmüller
Schriftführer: Heinz Waller
Kassier: Adolf Zug
Hexenmeister: Josef Ganser
Ausschuss: Bruno Riegger und Hans-Jörg Klink

Am 26. Oktober 1977 wurde schließlich der Verein „Original Hirrlinger Schloßhexen e.V.“ ins Vereinsregister auf dem Amtsgericht in Rottenburg eingetragen. Das Gründungsfest fand am 13. August 1978 im Hirrlinger Schlosshof statt.

V. links: Bruno Riegger, Heinz Waller, Hans-Jörg Klink, Martin Riegger, Hans Lohmüller, Josef Ganser, Adolf Zug

Erstes offizielles Hexenbild vor Vereinsgründung